Blumen, Farben und ein Buch – Färben mit Naturfarben

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Die Natur strahlt in Herbstfarben… 

 

habt Ihr es bemerkt? Innerhalb von drei Tagen hat sich die Natur von grünem Spätsommer zu buntem Herbst entwickelt. Unglaublich. Passend dazu stolperte ich bei der Arbeit über ein Buch, das ich Euch unbedingt vorstellen möchte.

„Werkstatt Pflanzenfarben“ von Helena Arendt (erschienen im at Verlag) beschäftigt sich mit der geschichtlichen Bedeutung von Pflanzenfarben und gibt vielfältige Informationen zur Botanik und den passenden Rezepturen.

 

 

Mich hat das Buch völlig mitgerissen und ich erprobe mich gerade vielfältig in den unterschiedlichen Techniken. Saftfarben, Piquentfarben, Tinten… unglaublich, welcher Reichtum in unserer Natur steckt und wieviel altes Wissen uns heute im Zeitalter der fertigen Farbtuben, Eimer und Dosen so fern erscheint.

 

 

 

 

 

Anhand eines Beispiels möchte ich euch gerne zeigen, welche Kraft Farben aus Pflanzen haben können. Tatsächlich ist der Herbst eine wunderbare Zeit zur Herstellung von Farben, denn um uns herum wächst und gedeiht so einiges, das später künstlerisch genutzt werden kann.

 

Rainfarn 

blüht im Sommer, aber auch noch im September, an Wegrändern oder -rainen. Für das Färben nutzt man die frischen, oder auch trockenen, Blütenenden der Pflanze. Man kann sie also auch erst eine Weile in der Vase bewundern, ehe man sie in den Topf wirft. Die Blüten werden nämlich mit etwas Alaunlösung und nicht zu viel Wasser 20-30 Minuten gekocht.

 

 

Mangels konkreter Wasserangabe habe ich einen mittleren Strauß Rainfarn mit etwa 200 ml Wasser aufgekocht. Eine ganz gutes Verhältnis, wie sich später herausgestellt hat. Dazu kommt Alaunlösung. Alaun, oder auch Aluminiumkaliumsulfat, ist in Pulverform in der Apotheke erhältlich und wird mit Hilfe von Wasser zu einer Alaunlösung verrührt.

 

 

 

Die Pflanzen werden nach der Kochzeit abgesiebt und – das ist das Wunderbare für mich ungeduldigen Menschen – eigentlich war es das! Direkt aus dem Topf mit dem Pinsel auf das Papier gebracht, hat man folgendes Ergebnis:

 

 

En klares Gelb, nicht zu kräftig.

 

 

Wer mag, füllt die Farbe nun in Muscheln ab und lässt sie eintrocknen. Der Ton wird durch den Verlust von Wasser erstmal etwas dunkler, hellt sich später beim Malen aber wieder auf. De Maler der Geschichte haben mit dieser Technik die schönsten Aquarelle hergestellt.

 

 

 

Da ich ja nun aber ein hoffnungsloser Stoff-Nerd bin, musste unbedingt etwas altes Leinen in die Farbe. Wenn das kein Gelb ist!

 

 

 

 

Leuchtend und strahlend.

Was macht man aber nun damit? Der Stoff, bzw. dessen Farbe leuchtet so sehr, dass ich fand, dieses Strahlen braucht einen Rahmen! Im kleinen Stickrahmen mit Kette wird er zum Hingcker und peppt demnächst mal ein Outfit auf. Was mit dem restlichen Stoff passieren wird, wird die Zeit bringen.

 

 

Ihr habt Lust, Euch auch am Färben zu versuchen? Ich kann Euch dieses Buch nur sehr ans Herz legen, denn es gibt noch so viel, was es auszuprobieren gibt.

Für alle, in deren Nähe kein Rainfarn wächst, hier noch eine Auswahl herbstlicher Alternativen:

 

Gelb

Rindes des Apfelbaums

Zwiebelschalen

Sonnenblume (Blüten)

Löwenzahn

Grün

Brennessel

Beeren des Kreuzdorn

Blau

Malve

Holunderbeeren

Mahonie

Rot

Geranien

Amarant

Rote Beete

Hagebutten

Schwarz-braun

Walnuss

Rinde der Eiche

 

Mein kleiner selbstgefärbter Anhänger wandert jetzt zu RUMS.

Ich freue mich über Eure Kommentare!

 

 

Macht es gut Ihr Lieben!

Bis bald!

See you soon!

 

Eure

JULIA

 

4 Antworten

  1. Oh, ja, das ist ein Lieblingsbuch meiner Tochter. Vor einiger Zeit mussten wir einen Spaziergang nach dem Fund von Schopftintlingen sehr zügig beenden, weil die sich quasi von allein in Farbe verwandelten.
    Die Anhängeridee ist sehr hübsch.
    LG Malou

  2. Liebe Julia,

    Das ist wirklich ein phantastisches Ergebnis geworden. Ich hätte ja glatt Lust mit zu Experimentieren, aber hier warten vorerst das ein oder andere Quiltprojekt aufs Finish- danach dann vllt. Ein Date mit der roten Beete. Ach ja Granatapfel macht traumhaft schöne Farbsprenkel auf weißer Tapete 😉

    Lg Judith

    • Na, Vielleicht haben wir beide ja bald mal Gelegenheit 😉 Freue mich, wenn Dir mein Beitrag gefällt!
      Lg
      Julia

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