Piqué – eine kleine Warenkunde in Pastell

 

Auf der Suche nach Stoffen in meinem Schrank, die der Farbkategorie „Pastell“ entsprechen, stieß ich auf ein zartgelbes Restchen, dass einmal beim Schneidern eines Kleides übrig geblieben war. Ähnlich eines Piqué (=Pikee)-Stoffes, aber doch aus anderer Qualität. Ich verglich, befühlte und machte mich im Internet schlau. Und fand das Thema am Ende so interessant, dass ich es gerne mit Euch teilen möchte.

 

 

Unifarben und mit einer Wabenstruktur ähnelt dieser Stoff tatsächlich einem Piqué, denn die abwechselnd erhabenen und gesenkten Stellen wirken wie Honigwaben. Vorab gesagt: es handelt sich nur um eine Art Nachahmung, die durch das Prägen des Stoffes entstanden ist.

Echtes Piqué erkennt man an ihrer reliefartigen Struktur, die auf den ersten Blick wie gesteppt wirken. Wikipedia erklärt seine Herstellung so:

Beim Weben werden zwei übereinanderliegende Ketten verwendet, von denen jede einen eigenen Einschuss erhält. Die Verbindung beider Ketten erfolgt dadurch, dass zeitweise einzelne Fäden der einen Kette in die andere verlegt und durch die Einschussfäden dieser Kette mit gebunden werden. Für das obere Gewebe, die rechte Seite oder den Grund verwendet man feineres Garn und doppelt so viele Fäden pro Zentimeter wie für das untere, das sog. Futter. Die Stellen oder Linien, in denen die beiden Gewebe miteinander verbunden sind, erscheinen zwischen den übrigen Teilen vertieft.

Piqué wird für die Herstellung von Decken und Bettüberwürfen, aber auch gerne für Kleidung verwendet. Es ist weich und anschmiegsam und wirkt durch seine einzigartige Struktur besonders interessant.

Hier ein Beispiel eines Piqué-Stoffes, den ich beim örtlichen Stoffhändler erstanden habe und der einmal ein Sommerrock werden soll:

 

 

 

Ihr erkennt sicher die quadratische Struktur, die sowohl von der linken, als auch von der rechten Seite zu erkennen ist.

Davon zu unterscheiden ist Waffelpiqué, das im Englischen wegen seiner Wabenstruktur auch Honeycomb genannt wird. Es ähnelt seinem Namensvettern sehr, wird aber auch „falsches Piqué“ genannt, da es außer seiner Struktur wenig mit Piqué gemeinsam hat. Gewebt wird es in einem klaren Längs- und Querfadensystem. Die Optik entsteht durch besondere Qualitäten der Fäden und verschiedene Fadenflottungen die die Querelastität der Fäden verhindern. Das klingt sehr theoretisch, wird aber am Beispiel klar.

 

 

Hier das Bild eines meiner Geschirrtücher. Ihr erkennt sicher den Unterschied zum Bild zuvor. Das Gewebe ist plastischer und dicker. Waffelpiqué wird hauptsächlich für Handtücher, Bademäntel, Küchengewebe usw. verwendet, da es sehr saugfähig und schnell trocknend ist.

Mein zartgelber Stoff-Fund ist demnach tatsächlich weder Piqué noch Waffelpiqué. Betrachtet man die linke Stoffseite erkennt man, dass der Stoff nur einseitig waffelartig geprägt ist. Die besondere Webstruktur fehlt völlig.

 

 

Schön ist er trotzdem. Und weil dem so ist, habe ich auch 1-2-3 auch etwas daraus genäht. So zartgelb passt er ja auch so wunderbar zu unserem Pastell-Thema in diesem Monat. Und für ein Täschchen reichte mein Stoff gerade noch.

Das kostenlose Schnittmuster der Geo-Bag stammt von Pattydoo. Konzipiert für Kunstleder oder geometrische Drucke fand ich es auch sehr passend für meine „gefälschtes Wabenmuster“.

 

 

Aufgepeppt habe ich die Tasche mit ein paar Holzkugeln in Pastelltönen und einem passenden Innenfutter.

 

 

 

 

Meine kleine Version der Geo-Bag wartet im meinem Schrank auf die nächste Gelegenheit verschenkt zu werden. Denn so ein kleiner Notfall-Geschenke-Vorrat schadet ja nie. Und ich habe durch diesen kleinen Stoffrest einiges über Stoffqualitäten gelernt. Ach, und falls Ihr Euch fragt, wie er den Weg zu mir fand…. Meine Mutter nähte sich im letzten Jahr ein Kleid daraus. Leider habe ich davon kein Bild. Aber es ist wirklich sehr hübsch geworden.

Habt Ihr bereits mit Waffelpiqué, Piqué oder einem „Nachahmer“ gearbeitet? Ich freue mich, wenn Ihr mir über Eure Erfahrungen berichtet. Natürlich freuen wir uns auch weiterhin über Eure rege Anteilnahme am Farbenspiel!

 

 

Ich verlinke zu

Creadienstag

Dienstagsdinge

Handmadeontuesday

und natürlich zu Farbenspiel

 

 

Bis bald!

See you soon!

Eure

JULIA

 

 

 

 

6 Antworten

  1. Hallo Julia,

    danke für das Teilen der Warenkunde 😉 Ich kannte Pique bisher immer als den „Stoff aus dem die Poloshirts häufig sind“. Deine Geobag ist echt süß geworden, steht auch schon auf meiner Liste.

    Lieben Gruß,
    Jenny

    • Liebe Jenny,
      ja, Poloshirts aus Pikee kenne ich auch. Schön, dass Dir mein Beitrag gefallen hat!
      Lg
      Julia

  2. Hallo Julia, endlich habe ich eine Idee, was ich aus meinen roséfarbenen Reststück Waffelpiqué mache 🙂 Einen schönen Tag dir! Lg Nicole

  3. wunderbare Idee, die Kombination mit den Holzperlen ist farblich super! Ich habe mir auch ziemlich viel von dem Waffelpikee auf dem letzten Stoffmarkt gekauft und weiß jetzt endlich was ich noch daraus zaubern kann!

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